• 1954 Gründung des Verlages Bärmeier & Nikel (B&N) mit Startkapital von 600,- DM. Auf einem alten Rotaprint-Vervielfältiger selbst die ersten Bücher gedruckt.
  • "Disziplin ist alles"
  • Da kaum Geld in der Kasse, trampte Nikel per Anhalter durch die Lande, von Zeitung zu Zeitung, um Redaktionen zu überzeugen, die B&N-Bücher zu rezensieren. Er gewann prominente Autoren wie Erich Kästner, Alexander Mitscherlich bis Gerhard Zwerenz, Texte und Vorworte für die provokant-satirischen, vorzugsweise grafischen Bücher zu schreiben. Erstes Buch: Kurt Halbritters Zeichnungen mit dem vieldiskutierten Text von Werner Finck „Disziplin ist alles“, eine brisante Reaktion auf das neu erwachte Spiel mit militärischem Denken. „Kritischer Kalender“ von A. Paul Weber.
  • 1955 erfand Nikel die Kleinen Schmunzelbücher (6 x 7 cm). Die Minis konnten mit geringstem Grundkapital und auf der Rotaprint realisiert werden. Zu Hunderttausenden verkauft, Loriot einer der Autoren.
  • Erstveröffentlichungen zuvor unpublizierter Autoren wie Robert Gernhardt, Walter Hanel, Chlodwig Poth, Hans Traxler, F.K. Waechter. 33bändige Jules-Verne-Ausgabe mit Neuübersetzungen durch bedeutende Jungautoren wie Wolf Wondratschek, Harry Rohwohlt beginnt mit dem ersten Buch für Bärmeier & Nikel seine Übersetzerkarriere. Außer Grafik- und Satirebüchern auch "Märchen für Erwachsene".

    Viel gefeierte B & N-Künstlerfeste ("Quempu Lempu") im noch tristen Frankfurt.

Mitbegründer der Kriegsdienstverweigerung, Beratungsstellen, Aktionen, viele mit Niemöller Nikel besucht Shi Pei Shi, Chinas berühmtesten Maler.
"Nikel mit Marc Chagall und Zukunft-Projekt "Phantasie-Arche"
    Johannes Rau, seinerzeit noch Jung-Verleger, Lippmann & Rau, Albert und Emil Mangelsdorff, Kirchenpräsident Niemöller
  • 1955 wird Nikel Mitinitator und Begründer des Verbandes des Kriegsdienstverweigerer. Er aktiviert Prominente, so Kirchenpräsident Martin Niemöller, mit ihm zusammen auf Frankfurts Hauptwache als Redner aufzutreten und vor einer bedrohlichen Atombombenattrappe Gefahren aufzeigende Handzettel zu verteilen, die er nachts zuvor auf seiner Rotaprint-Maschine gedruckt hatte. - Viele Aktionen, Veranstaltungen und Demos zum Thema Gewissensprüfung. - Jürgen Wischnewski (der spätere Mogadischu-Befreier) ist bei seinem Verband dabei, Johannes Rau. Nikels Freunde Albert und Emil Mangelsdorff und die jungen Musikmanager Lippmann & Rau.
  • Auf der ersten eigenen Druckmaschine wird die Zeitschrift ZIVIL gedruckt, betreut von Willy Fleckhaus, dem bedeutenden Gestalter der Suhrkamp - Bücher. Beratungsstellen werden eingerichtet. Schwierige, aber erfolgreiche Bemühungen, den Zivildienst in eine absolut gleichberechtigte Position zum Wehrdienst zu bringen. Und DDR-Einflussversuche strikt abzulehnen. – Bertrand Russell, Jean Sibelius werden Förderer.
  • Seit der Zeit bei der „Süddeutschen“ hat Nikel am Konzept einer literarisch-satirischen Zeitschrift gearbeitet. Weil zu dieser Zeit noch niemand an einen Erfolg glaubt, müssen Bärmeier und Nikel einen hohen – persönlich verbürgten – Kredit aufnehmen, damit im September 1962 das erste Heft von Pardon erscheinen kann, schließlich unterstützt von Erich Kästner, Loriot, Werner Finck, H.M. Enzensberger, Martin Walser u.a.
  • Peter Härtling: „ Hans A. Nikel hat nicht nur viele provozierende Bücher in die Welt gebracht, sondern auch eine der aufregendsten Zeitschriften.“ Iring Fetscher: „Er war eine Art publizistischer Orchesterdirigent, zahlreiche Autoren wurden durch ihn entdeckt, gefördert, berühmt. Seine Mitarbeiter zählten zur Crême de la Crême der Literatur und Satire.“ 1970 scheidet Bärmeier, der sich um die kaufmännischen Angelegenheiten gekümmert hatte, als Mitherausgeber aus und übernimmt die Zeitschrift DM. Pardon entwickelt sich zu einem Kultblatt der jüngeren Intelligenz in Deutschland, Österreich und der Schweiz und erreichte eine Auflage von mehr als 320.000 Exemplaren mit 1,8 Millionen regelmäßigen Lesern.
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